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Allah eröffnet das endgültige Gerichtsurteil II

  • kesfetmekursu
  • vor 1 Tag
  • 13 Min. Lesezeit

Allah eröffnet das endgültige Gerichtsurteil mit den Worten:

Dies ist der Tag, an dem den Wahrhaftigen ihre Wahrhaftigkeit nützt ...“ (Maide 5:119).

Mit der Akkusativ-Lesung von „Dies ist der Tag, an dem ...” erkennen wir einen zusammenhängenden Gedankengang, der sich durch den gesamten Abschnitt Maide 5:109–120 zieht.

Göttliche Offenbarung der Wahrheit über Jesus → menschliche Ablehnung oder Annahme dieser Wahrheit → Jesu wahrhaftiges Zeugnis → Jesu Fürsprache für seine wahrhaftigen Nachfolger → Allahs endgültiges Urteil und Bestätigung der Wahrhaftigen.

In diesem Beitrag widmen wir uns der Frage nach der Bedeutung der Worte „den Wahrhaftigen nützt ihre Wahrhaftigkeit”. Wer sind die „Wahrhaftigen” und was bedeutet „ihre Wahrhaftigkeit”?


Dieser Ausdruck bildet den theologischen Höhepunkt des Abschnitts. Seine Bedeutung ist entscheidend für das Verständnis von Allahs Schlussurteil. Zunächst muss deshalb geklärt werden, wie der Koran den Begriff ṣidq versteht.


Was bedeutet der Begriff ‹Wahrhaftigkeit› (ṣidq)?

In Vers 119 kommt zweimal ein Wort mit demselben Wortstamm vor. Sowohl das Wort „die Wahrhaftigen” (ṣādiqīn) als auch der Ausdruck „ihre Wahrhaftigkeit” (ṣidquhum) basieren auf dem gleichen Stamm Ṣ-D-Q. Dieser umfasst das Bedeutungsspektrum von Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit.

Die Definition und Reichweite des Begriffs „Wahrhaftigkeit” (Ṣidq) in Sure 5:119 zählen zu den tiefgründigsten Themen der koranischen Ethik und Theologie. Im klassischen Verständnis ist ṣidq weit mehr als nur das „Nicht-Lügen“. Er beschreibt eine fundamentale Übereinstimmung des Menschen mit der göttlichen Realität.


a) Allgemeine Wortbedeutung im Koran:

Allgemein betrachtet hat der Begriff „Wahrhaftigkeit” im Koran das folgende Bedeutungsspektrum:

- Wahrheit und Ehrlichkeit: Wahrhaftig zu sein bedeutet, die Wahrheit zu sagen und mit vollkommener Aufrichtigkeit zu handeln.

- Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit: Weiter bedeutet wahrhaftig zu sein, im Charakter oder in rechtlicher Hinsicht rechtschaffen, gerecht und aufrichtig zu sein.

- Die Erfüllung von Ṣ-D-Q umfasst, sein Wort zu halten, Bündnisse zu erfüllen und Verpflichtungen einzuhalten.


Während mit „Hak” der objektive Aspekt der Wahrheit ausgedrückt wird, entspricht „Sıdk” der korrekten Reaktion, der Übereinstimmung mit dieser Wahrheit, umgesetzt in Wort, Tat und Gedanke. So kann eine Wahrheit zwar ausgesprochen werden, der Sprecher kann aber trotzdem an ihrem Wahrheitsgehalt zweifeln oder nicht entsprechend handeln. Damit wird selbst die ausgesprochene Wahrheit für diesen Menschen zur Lüge.1


Spätere muslimische Gelehrte, insbesondere al-Ghazālī, unterscheiden verschiedene Ebenen der Wahrhaftigkeit: Wahrhaftigkeit in Rede, Absicht, Entscheidung, Beharrlichkeit, Handeln und Gottesbeziehung. Allen gemeinsam ist, dass Ṣidq die Übereinstimmung des ganzen Menschen mit der erkannten Wahrheit beschreibt.2


b) Ausleger zu Maide 5:119:

Wie ist Ṣidq im konkret vorliegenden Fall von Maide 5:119 zu verstehen?

Die Bandbreite der Bedeutungen des Wortes „Wahrhaftigkeit” erklärt die Unsicherheit der Ausleger bei der Bestimmung der exakten Bedeutung des Begriffs im Vers 119.3

Viele Ausleger erwähnen die Hadithe, nach denen selbst Satan am Tag des Jüngsten Gerichts die Wahrheit sagen wird. Dies bedeutet jedoch nicht, dass er in die himmlischen Gärten aufgenommen werden wird.4

Sie begründen damit einerseits, dass die Auslegung nicht auf das Endgericht beschränkt werden darf – Wahrhaftigkeit muss auch einen Bezug zum irdischen Leben haben –, und andererseits, dass der Begriff nicht nur Ehrlichkeit in Worten ohne Bezug zur Tat bedeuten kann.

Die Aussage in Maide 5:119 muss also gemäß Auslegung weiter gefasst sein als nur Wahrhaftigkeit (verstanden als Ehrlichkeit) am Gerichtstag selbst. Selbst unter Hinzunahme der gesamten Lebenszeit reicht dieses Verständnis nicht aus, um den gesamten Inhalt des Begriffs wiederzugeben.


Zamakhschari versteht die Bedeutung recht allgemein: „Die Bedeutung bezieht sich auf die Eigenschaften der Rechtschaffenheit, die die Gläubigen sowohl im Diesseits als auch im Jenseits beständig besitzen.“5 Für ihn muss sich Wahrhaftigkeit im Leben eines Gläubigen praktisch in Worten und Taten zeigen.


Qurtubi zufolge betrifft Rechtschaffenheit zuerst einmal das, was gesprochen wird – auf Erden, aber vielleicht auch beim Endgericht. Falls irdische Rechtschaffenheit gemeint sein sollte, umfasst das nach Qurtubi auch die Taten der Menschen.6 Qurtubi legt den Schwerpunkt insgesamt jedoch mehr auf das Geistliche, das heißt die Rechenschaft, die man über Propheten und das eigene Leben ablegt.


At-Tabari engt den Begriff extrem ein. Er versteht diesen Ausdruck als bezeugten Monotheismus von Jesus.7 Nach seinem Verständnis verurteilt Jesus seine trinitarischen Nachfolger und betont, dass er nur absoluten Monotheismus gelehrt habe. Diese wahrhaftigen Worte Jesu sollen ihm im Jenseits nutzen.


Ibn Kathir erweitert die Bedeutung gegenüber Tabari ganz leicht dahingehend, dass bezeugter Monotheismus nicht nur Jesus, sondern allen gläubigen Menschen nutzen bringen wird.8 Basierend auf Ibn Abbas fasst Kathir zusammen: Der Ausdruck „den Wahrhaftigen nutzt ihre Wahrhaftigkeit” bedeutet nichts anderes als: „Dies ist der Tag, an dem der Monotheismus den Anhängern des Monotheismus zugutekommt.”


In Sufi-Auslegungen kommt noch eine stärker metaphysische Bedeutung hinzu. Selbstverständlich erkennen beim Letzten Gericht alle Anwesenden die Wahrheit in diesem Moment. Allerdings bringt dann nur die Aufrichtigkeit, die auf irdischem Glauben basierte, Nutzen. Die erzwungene Wahrheit der Ungläubigen am Tag des Jüngsten Gerichts ist wertlos, da sie im Diesseits gelogen haben.


Zusammenfassung der Positionen im Überblick

Wir können die verschiedenen Ansichten von Gelehrten wie folgt zusammenfassen:

Kommentator

Hauptfokus der „Wahrhaftigkeit“ (Ṣidq)

At-Tabariund Ibn Kathir

Theologisch: Reiner Monotheismus (Tawḥīd) im Gegensatz zur Beigesellung (Shirk). Nutzt zuerst Jesus aber dann auch Monotheisten.

Zamakhschari

Praktisch: Eigenschaften der Rechtschaffenheit, die die Gläubigen sowohl im Diesseits als auch im Jenseits beständig besitzen

Al-Qurtubi

Spirituell: Wahrhaftigkeit in Wort, Tat und Zeugnis, auch Zeugnis gegenüber Propheten und eigener Lebensführung beim Letzten Gericht.

Sufi Auslegung

Metaphysisch: Nur die im Diesseits freiwillig gewählte Wahrheit schützt vor dem jenseitigen Gericht.


c) Bedeutung von Wahrhaftigkeit in unserem Kontext

Wie fügen sich diese Überlegungen in unser Verständnis des Kontexts ein?

In der Akkusativ-Lesart beziehen sich die „Wahrhaftigen” zunächst unmittelbar auf die Verteidigung Jesu und seiner Nachfolger. Ausgehend von unserem Auslegungsvorschlag lässt sich jedoch feststellen, dass das Thema des Monotheismus im unmittelbaren Kontext nicht ausdrücklich in den Mittelpunkt gestellt wird. Deshalb erscheint es methodisch problematisch, die „Wahrhaftigkeit” ausschließlich als Bekenntnis zum Monotheismus zu verstehen. Eine solche Deutung setzt mehrere Annahmen voraus, die der Text selbst nicht ausdrücklich formuliert.


Betrachtet man Maide 5:109–119 hingegen als literarisch geschlossene Komposition, so zeigt sich, dass das Motiv von Wahrheit und Wahrhaftigkeit den gesamten Abschnitt durchzieht und in Vers 119 seinen Höhepunkt erreicht.


a) Allah eröffnet den Abschnitt mit der Frage an die Gesandten: „Was wurde euch geantwortet?” (5:109). Damit wird unmittelbar die Frage nach der Wahrheit der menschlichen Antwort auf die göttliche Offenbarung aufgeworfen. Wer hat die Botschaft wahrhaft angenommen? Die Gesandten selbst können diese Frage nicht beantworten, denn allein Allah kennt die Wahrheit über den Glauben der Menschen.


b) Anschließend entfaltet Allah die Wahrheit über Jesus (5:110–117). Die einzelnen Aussagen – seine Sendung, seine Vollmacht, seine Wunder und die Führung seiner Jünger – bilden zusammen ein geschlossenes Zeugnis über seine einzigartige Stellung, das dem Zeugnis über Adam am Anfang der ersten Schöpfung sehr ähnlich ist. Innerhalb unseres Auslegungsvorschlags gipfelt dieses Zeugnis in der wahren Aussage Allahs über Jesus:

„Jesus ist Mein Stellvertreter in der zweiten Schöpfung”.

c) Weiter behandelt die Sure die Frage, wie man korrekt auf diese offenbarte Wahrheit reagiert, das heißt, wie man wahrhaftig handelt. Die Jünger werden als nachahmenswertes Beispiel erwähnt: „Wir glauben. Bezeuge, dass wir (dir) ergeben (muslimuun) sind!” (Maide 5:110). Wir haben ihre Reaktion als Gehorsam in Taufe und Hingabe als Helfer in Allahs Sache interpretiert. Durch Taufe und Hingabe in Wort und Tat werden sie zu wahren Gottergebenen (Muslimen).

Gleichzeitig wünschen sie sich ein weiteres Zeichen, das sie in ihrem Glauben an Jesus bestärken soll. Ruhe für das Herz, tiefere Erkenntnis und das Wissen, dass Jesus die Wahrheit gesagt hat sowie die Ausrüstung für den Zeugendienst bezüglich dieser Wahrheit (Maide 5:113). Hier erscheint zum ersten Mal ausdrücklich die Wurzel ṣ-d-q. Damit wird eine verbale Verbindung zu Maide 5:119 geschaffen. Zunächst geht es um Jesu Wahrhaftigkeit gegenüber den Jüngern, letztlich jedoch um die durch sein Sprechen und Wirken ausgedrückte Wahrheit, Kalif Allahs in der zweiten Schöpfung zu sein.


d) Allah bestätigt die Wahrheit über Jesus, indem er das erbetene Zeichen gewährt. Das Mahl vom Himmel wird herabgesandt und als sich bis zum Tag des Gerichts wiederholendes liturgisches Fest für wahre Muslime eingeführt (Maide 5:114–115). Damit wird Jesu Zeugnis öffentlich bestätigt und den Jüngern Zugang zur „Medizin fürs ewige Leben” gegeben. Beim Feiern der Eucharistie sollen sie die Wahrheit über Jesu Tod am Kreuz, seine Auferstehung und seine Auffahrt in den Himmel fortwährend in Erinnerung behalten.


e) Auf Allahs kritische Frage bestätigt Jesus seine eigene Wahrhaftigkeit. Er hat sich nie gegen Allah aufgelehnt, sondern war ihm bis in den Tod gehorsam. Sein Zeugnis und alle seine Worte sind vollkommen vertrauenswürdig und wahr (Maide 5:116–117). Er hat sich „nur” als Kalif Allahs offenbart und sich nie wie Adam ungehorsam als ein Gott neben Allah angepriesen. Satan konnte ihn sein ganzes Leben lang nicht vom geraden Weg abbringen. Aufgrund dieses totalen Gehorsams in Wort und Tat während seines gesamten irdischen Lebens kann Allah ihn zum Fürsprecher beim Letzten Gericht auswählen. Jesus erfüllt alle in TaHa 20:109 bezüglich des Fürsprechers aufgelisteten Voraussetzungen. Allah hat ihn erwählt (Maide 5:109f.) und er spricht nur, was Allah wohlgefällig ist (Maide 5:116–117).

Mit der kritischen Frage in Maide 5:116 liefert Allah Jesus eine Plattform, um auf eindrückliche Weise seine eigene Wahrhaftigkeit zu beteuern. Gleichzeitig erklärt Jesu Antwort, weshalb Allah ihn zum Fürsprecher auswählt.


f) Als Fürsprecher spricht Jesus gemäß Maide 5:116–117 Allahs Wahrheit über seine Nachfolger aus. Seine Nachfolger sind diejenigen, die Allahs Wahrheit über Jesus glauben, seine Stellung als Kalif akzeptieren und davon durch Wort und Tat Zeugnis ablegen, beispielsweise durch die Teilnahme am Himmelstisch. Allahs Wahrheit, durch Jesus vorgetragen, ist: Jesu Nachfolger sind trotz Fehlern Allahs wahrhaftige Diener. Jesus eröffnet die heilsgeschichtliche Wahrheit, dass Allah seinen Versprechen gerecht wird, wenn er diesen wahren Nachfolgern Jesu vergibt.


g) Als Höhepunkt dieser ganzen Entwicklung über Wahrheit und Wahrhaftigkeit kommt Allahs Urteil in v. 119: "Heute werden den Wahrhaftigen ihre Wahrhaftigkeit nützen."


Magenta Infografik mit Regenbogenband links; deutsche Textkette zu Wahrheit in Ma'ida 5:109–119 mit Pfeilen nach unten.
Entwicklung des Themas Wahrheit in Maide 5:109-120 (created by chatgpt.cm)

Wie dieser kurze Überblick zeigt, zieht sich das Thema Wahrheit und Wahrhaftigkeit wie ein roter Faden durch den gesamten Abschnitt Maide 5:109–119.

Selbst bei korrekter Interpretation aller Worte in Vers 119 wird aus der ausschließlichen Fokusierung auf diesen Vers nicht eindeutig ersichtlich, wer zu den Wahrhaftigen gehört. Genau das ist aber die Aufgabe der Ausleger, die die nominative Lesart der Zeitangabe vertreten. Sie suchen in der Aussage eine unabhängig vom Kontext allgemeingültige Wahrheit.

Bei der akkusativischen Lesart sind Allahs Worte die Antwort auf Jesu Fürsprache und stehen somit in direktem Zusammenhang mit dem vorangehenden Kontext (Maide 5:109–118). Dies macht die Auslegung einfacher und konkreter.


Im Kontext bestätigt Allah damit zunächst Jesus: Jesus ist der Wahrhaftige und sein Zeugnis ist wahr. Jesu Wahrhaftigkeit wird ihm jetzt nützen. Damit erklärt Allah, dass er Jesu Fürsprache annimmt. Als Diener Allahs gehören sie zu den Wahrhaftigen.


Jesu Fürsprache galt den Menschen, die die Wahrheit über Jesus akzeptiert und wahrhaftig darauf reagiert haben, indem sie sich taufen ließen, am Abendmahl teilnahmen und als Helfer in der Sache Allahs Zeugnis ablegten. Durch ihre glaubende Reaktion auf Jesus zeigen sie ihre Wahrhaftigkeit. Als Antwort auf Jesu Fürsprache bestätigt Allah ihnen, dass ihre Wahrhaftigkeit gegenüber Jesus ihnen am Tage des Gerichts nützt.


Jesu Nachfolger gehören damit gemäss Kontext zu den Wahrhaftigen, denen ihre Wahrhaftigkeit nützt.


Allah eröffnet das endgültige Gerichtsurteil

Wir halten fest: Zum Höhepunkt des Jüngsten Gerichts beantwortet Allah die eigentliche Frage: Wer hat sich in der Weltgeschichte als wahrhaftig erwiesen?


Vers 119 ist sozusagen der Gegenpol zu Vers 109: Zu Beginn des Abschnitts (Maide 5:109–120) weiß niemand, wer wirklich wahrhaftig ist. Alle Gesandten Allahs bezeugen: „Wir haben (von uns aus) kein Wissen (darüber). Du allein bist es, der über die verborgenen Dinge Bescheid weiß“ (Maide 5:109).


Im Abschnitt selbst ist es nur Jesus, der seine Nachfolger als wahrhaftig vorschlägt (V. 118).


Am Ende gibt Allah sein endgültiges Urteil darüber ab. Nach der hier vertretenen Interpretation bestätigt Allah Jesu Antwort und urteilt, dass die Wahrhaftigen diejenigen Menschen sind, die die Wahrheit über Jesus – er ist Allahs Kalif – akzeptiert und korrekt darauf reagiert haben (Vers 119).


Wir entdecken das oben beschriebene Verhältnis zwischen haq und sıdq: Die Wahrheit (haq) ist die von Allah offenbarte Stellung Jesu als Kalif Allahs. Wahrhaftigkeit (Sıdq) meint die Übereinstimmung des ganzen Menschen mit der erkannten Wahrheit.

Sıdq erweist sich im konkreten Fall durch Taufe, regelmäßige Teilnahme am Abendmahl und Mithilfe in der Sache Allahs als Zeuge über die erkannte Wahrheit (Maide 5:111–115).


Vor diesem Hintergrund erscheint Vers 119 nicht als isolierte Aussage, sondern als Abschluss einer konsequenten, kunstvoll aufgebauten literarischen Steigerung.9 Der Höhepunkt ist mit Allahs Urteil und den daraus folgenden Resultaten erreicht. Allah urteilt, dass die wahrhaftige Beziehung zu seinem Kalifen Jesus das entscheidende Kriterium zur Aufnahme beziehungsweise Ablehnung beim Letzten Gericht ist.



1 MUSTAFA ÇAĞRICI, "SIDK", TDV İslâm Ansiklopedisi, https://islamansiklopedisi.org.tr/sidk (03.08.2026).


2 Siehe MUSTAFA ÇAĞRICI, "SIDK", TDV İslâm Ansiklopedisi, https://islamansiklopedisi.org.tr/sidk (03.08.2026). Nach diesen Gelehrten umfasst die Tiefe des Begriffs Wahrhaftigkeit die folgenden sechs Aspekte: a) Wahrhaftigkeit in der Rede. b) Aufrichtigkeit in der Absicht und im Willen: damit Worte als wahrhaftig gelten muss der Sprecher auch im Inneren aufrichtig sein und die Absicht sowie den Willen haben, die Wahrheit zum Ausdruck zu bringen.

c) Aufrichtigkeit bei der Entscheidungsfindung: Dies ist eine höhere Stufe der Wahrhaftigkeit und bedeutet, dass man sich ehrlich dazu entschließt, eine Handlung auszuführen, von der man überzeugt ist, dass sie gut und richtig ist. d) Aufrichtigkeit beim Festhalten an der eigenen Entscheidung. Dies bedeutet, an der richtigen Entscheidung, die man in einer Angelegenheit getroffen hat, festzuhalten. e) Aufrichtigkeit im Handeln: Unabhängig davon ob solches Handeln Vor- oder Nachteile nach sich zieht, handelt man einzig aus der Überzeugung heraus, dass es richtig ist. f) Aufrichtigkeit in religiösen und spirituellen Zuständen: Besonders für Sufis wird die Aufrichtigkeit gegenüber Allah in spirituellen Zuständen (wie Havf“, „Recâ“, „Tâzim“, „Zühd“, „Rıza“, „Tevekkül“ und „Muhabbet“) als höchste Form der Aufrichtigkeit (Sıdk) bewertet.


3 Imam Kurtubi zum Beispiel beendet seine Behandlung des Themas mit den ausdrucksstarken Worten „Am besten weiß Allah die Wahrheit.” (Kurtubi, El Camiul Ahkamul Kuran, s. 521).


4 Accordingly, the meaning is: “Their being truthful (in word and deed) while in this world will benefit them on the Day of Resurrection.” Our evidence that this is the intended meaning of the verse is as follows: The truthfulness of the disbelievers will not benefit them on the Day of Resurrection. Consider Iblis, who will say, “Indeed, Allah made a true promise. I also promised you, but I broke my promise” (Ibrahim 14:22). However, this truthful statement of his will not benefit him. This verse serves as a confirmation by Allah the Exalted of the words of Jesus (peace be upon him): “I did not say to them anything other than what You commanded me” (Al-Ma’idah 117). (Er-Razi, Tefsir-i Kebir, Vol. 9 s. 299). (Türkisches Original: “Buna göre mâna, "Onların dünyada iken sâdık (özü-sözü doğru) olmaları, kendilerine Kıyâmet günü fayda verir” şeklindedir. Âyetten maksadın bu olduğuna delilimiz şudur: Kâfirlerin doğrulukları, Kıyâmette kendilerine fayda vermeyecektir. Baksana iblis, "şüphesiz Allah gerçek vaadde bulundu. Ben de size vaadettim, ama caydım" (ibrâhim 22) diyecektir. Fakat onun bu doğru sözü, kendisine fayda vermeyecektir. Bu âyet, Allah Teâlâ tarafından Hz. İsâ (a.s)’yı, "Ben, onlara senin bana emrettiğinden bakasını söylemedim" (Mâide. 117) şeklindeki sözü hususunda bir tasdiktir.”)


5 Siehe Zamakhschari, EL-KEŞŞÂF ‘AN HAKĀ’İKI ĞAVÂMİDI’T-TENZÎL VE ‘UYÛNİ’L-EKĀVÎL FÎ VUCÛHİ’T-TE’VÎL, Vol.2 s. 593 in https://archive.org/details/kess-af-tefsi-ri-ci-ld-1-takim-6-ci-ld/KE%C5%9E%C5%9EAF%20TEFS%C4%B0R%C4%B0%20C%C4%B0LD%202%20%28TAKIM%206%20C%C4%B0LD%29/page/594/mode/2up (besucht, 03/08/2026). Der weitere Zusammenhang: “Wenn es sich um die Rechtschaffenheit im Jenseits handelt, dann ist das Jenseits kein Ort der Taten. Wenn du sagst: „Nein, wenn die Rechtschaffenheit im Diesseits gemeint ist, dann besteht auch in diesem Fall keine Übereinstimmung mit dem, worauf sich der Vers bezieht, denn im Vers geht es darum, dass Jesus, Friede sei mit ihm, am Tag des Gerichts in der Angelegenheit, auf die er antwortet, wahrheitsgemäß Zeugnis ablegt“, dann antworte ich: Die Bedeutung bezieht sich auf die Eigenschaften der Rechtschaffenheit, die die Gläubigen sowohl im Diesseits als auch im Jenseits beständig besitzen. ... Zuvor war [der Satan] jedoch ein Lügner, weshalb es ihm an jenem Tag nichts nützte, die Wahrheit zu sagen. Jesus, Friede sei mit ihm, war jedoch sowohl zu Lebzeiten als auch nach seinem Tod wahrhaftig. Deshalb nützte ihm seine Wahrhaftigkeit etwas.”


(Türkisches Original: “Eğer âhiretteki doğrulukları ise âhiret amel yurdu değildir. Yok, dünyada ikenki doğrulukları kastediliyorsa o takdirde de âyetin hakkında vârit olduğu husus ile arasında bir uygunluk yoktur çünkü âyette vârit olan İsâ Aleyhisselâm'ın kıyamet günü cevap verdiği konuda doğru bir biçimde şahitlikte bulunmasıdır” dersen şöyle derim: Mânası sadıkların hem dünyada hem de âhirette devamlı sahip oldukları doğruluk özellikleridir. ... Daha öncesinde ise [Şeytan] yalancı idi, o yüzden, doğru söylemesi o gün kendisine fayda vermedi. Hazret-i İsâ ise hem hayatta sadık idi hem de öldükten sonra. O yüzden, doğruluğu kendisine fayda verdi.”)


6 “Allah sagt: ‚Heute ist der Tag, an dem denjenigen, die die Wahrheit sagen, ihre Aufrichtigkeit zugutekommt‘“ – diese Aussage bedeutet Folgendes: Ihre Aufrichtigkeit in dieser Welt wird ihnen zugutekommen. Im Jenseits hat die Wahrhaftigkeit keinen Nutzen. Was ihre Wahrhaftigkeit in dieser Welt betrifft, so ist es ebenso wahrscheinlich, dass damit die Wahrhaftigkeit in den Taten gemeint ist, die sie für Allah vollbracht haben, wie auch die Wahrhaftigkeit in Form des Verzichts auf Lügen gegenüber Allah und Seinen Propheten. Auch wenn Aufrichtigkeit in allen Lebenslagen stets von Nutzen ist, liegt der Grund dafür, dass sie ihnen gerade an jenem Tag besonders nützlich sein wird, darin, dass die Belohnung für ihre Taten an jenem Tag ausgezahlt wird.


Es wurde auch gesagt: Das Ziel ist ihre Wahrhaftigkeit im Jenseits. Dabei handelt es sich um die Wahrhaftigkeit in ihrem Zeugnis darüber, was ihre Propheten verkündet haben. Außerdem ist es die Aufrichtigkeit in der Erklärung, die sie über die Taten abgeben, die sie selbst begangen haben. Der Nutzen dieser Aufrichtigkeit besteht darin, dass sie von der Verantwortung befreit werden, weil sie das Zeugnis nicht verheimlichen – aufgrund ihrer Bekenntnisse zugunsten ihrer Propheten und zu ihren eigenen Lasten wird ihnen Vergebung zuteilwerden. Am besten weiß Allah die Wahrheit.” (Kurtubi, El Camiul Ahkamul Kuran, s. 521).


Original: “Allah buyurur: Bugün doğru söyleyenlerin doğruluklarının kendilerine fayda vereceği bir gündür" buyruğu şu demektir: Onlarin dünyadaki doğrulukları kendilerine fayda verecektir. Ahirette doğruluğun bir faydası olmaz. Dünyadaki doğruluklarına gelince, уüсе Allah için yaptıkları ameldeki doğruluklarının kastedilmiş olması muhtemel olduğu gibi, Allah'a ve peygamberlerine karşı yalan soylemeyi terk etmek şeklindeki doğruluk olma ihtimali de vardır. Doğruluk, her ne kadar bütün günlerde her zaman faydalı ise de, özellikle o günde onlara faydalı oluşunun sebebi, amellerin karşılığının o gün verileceğindendir.


Şöyle de denilmiştir: Maksat, onların ahiretteki doğruluklarıdır. Bu ise, Peygamberlerinin tebliğde bulunduklarına dair şahidlikteki doğruluklarıdır. Ауrıса, kendileri hakkında işledikleri amellere dair yapacakları tanıklıktaki doğruluktur. Bu doğruluğun fayda sağlaması ise, şahadeti gizlemedikleri için sorumluluktan kurtulmaktır. Peygamberleri lehine ve kendileri aleyhine ikrarları sebebiyle kendilerine mağfiret olunacaktır. Doğrusunu en iyi bilen уüсе Allah'tir.”


7 “According to this interpretation [Nomitnatives Verstaendnis “des Tages”], Allah the Exalted will not utter these words in the Hereafter; He has already spoken them in this world. Accordingly, the meaning of the verse is as follows: “Allah said to Jesus, who declared His [Allah’s] transcendence: ‘This word you spoke while you were in this world is a word that will be beneficial on the Day of Resurrection, when your truthful words will bring you benefit. In other words, this statement of yours is a truthful one, and it will be of benefit to you in the Hereafter. For on the Day of Resurrection, the words of those who speak the truth will be of benefit to them. Indeed, on that Day, there are paradises with rivers flowing beneath them for those who speak the truth.” (Taberi, Taberi Tefsiri, Vol. 03, s. 459).


(Türkisches Original: ”Bu kıraata göre Allah teala bu sözleri âhirette söyleyecek değildir. Dünyada söylemiştir. Buna göre âyetin manası şöyledir: 'Allah, kendisini tenzih ettiğini söyleyen İsa'ya demiştir ki: "Senin dünyada iken söylediğin bu söz, doğru sözlerinin kendisine fayda vereceği kıyamet gününde faydalı olacak bir sözdür. Yan senin bu sözün doğru bir sözdür. bu söz sana ahirette faydalı olacaktır. Zıra ahiret gününde doğru söyleyenlerin sözleri kendileri için faydalı olmaktadir. İşte o günde doğru söyleyenler için altından ırmaklar akan cennetler vardır.”)


8 “Allah, the Exalted, after having separated His servant and Messenger, Jesus, the son of Mary, from the disbelieving and heretical Christians, after having distanced him from those who deny Allah and His Messenger, and after having entrusted all will to Allah, the Almighty and Exalted, responds by saying: “This is the day when the truthfulness of those who speak the truth bears fruit.” It is narrated from Dahhak ibn Abbas that this statement means: “This is the day when monotheism benefits the people of monotheism.”” (Ibn Kesir, Tefsir Ibn Kesir, Vol. 06, s. 2536).


9 Dies wird zum Beispiel auch von Sayyid Qutb so gesehen. Er macht zwei wichtige Beobachtungen:

- vv. 119-120 stehen in Verbindung zum Vorherigen und bilden einen Höhepunkt

- Es findet eine Steigerung in vv. 119-120 statt:

“This is God’s word at the end of that interrogation beheld by all creatures. It is the final and decisive word. It is coupled with the reward that befits truthfulness and those who are truthful …” (Sayyid Qutb in In the Shade of the Quran, s. 1343).

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