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Allahs kritische Frage (Maide 5:116-117)

  • kesfetmekursu
  • vor 2 Tagen
  • 21 Min. Lesezeit
Ein trauriger Mann sitzt zusammengekauert, umgeben von Händen, die auf ihn zeigen. Hintergrund in Pastellblau, symbolisiert Isolation.
Jesus auf der Anklagebank (chatgpt.com)

Seit Maide 5:109, verfolgen wir, wie Allah im Verlauf des Jüngsten Gerichts vor versammelter Gesandtenschar seine Ansichten zu Jesus darlegt (so vorhergesagt in Al-i Imran 3:55). Daraus wird ersichtlich, dass Allah Jesus als Fürsprecher aus allen anderen Botschaftern (menschlichen wie auch angelischen) auswählen wird. Er begründet seine Wahl, indem er ausführlich über Jesu außerordentliche Berufung zum Stellvertreter Gottes in der zweiten Schöpfung informiert. So wie Adam am Anfang der ersten Schöpfung Gottes Kalif war, so wird nun Jesus am Anfang der zweiten Schöpfung als Gottes Kalif vorgestellt (siehe Al-i Imran 3:59). So wie dem Kalifen Adam spezielle Ehrung erwiesen werden musste (Bakara 2:34 und Parallelen), erklärt Allah nun auch, wie die korrekte irdische Reaktion auf Jesus ausgesehen haben sollte: Anerkennung Jesu als Kalif Allahs, dank göttlicher Inspiration, welche sich in einer Totalhingabe an Jesus in der Taufe (Maide 5:111) und der regelmäßigen, glaubensstärkenden Teilnahme am Abendmahl (Maide 5:112–115) manifestiert.


Mit Maide 5:116 scheint die Stimmung abrupt und unvermittelt zu wechseln. Noch immer befinden wir uns als Zuschauer:innen beim Jüngsten Gericht1, aber statt über Jesu Vorrangstellung zu informieren scheint Allah ganz unerwartet Jesus selbst zu hinterfragen: „Jesus, Sohn der Maria! Hast du (etwa) zu den Leuten gesagt: „Nehmt euch außer Allah mich und meine Mutter zu Göttern“?“.

Zum ersten Mal in dieser Szene spricht auch Jesus selbst. Seine Antwort auf Allahs Frage hat einen sehr unterwürfigen Grundton: „Gepriesen seist du! (wie dürfte man dir andere Wesen als Götter beigesellen!) Ich darf nichts sagen, wozu ich kein Recht habe. Wenn ich es (tatsächlich doch) gesagt hätte, wüßtest du es (ohnehin und brauchtest mich nicht zu fragen). Du weißt Bescheid über das, was ich (an Gedanken) in mir hege. Aber ich weiß über das, was du in dir hegst, nicht Bescheid. Du (allein) bist es, der über die verborgenen Dinge Bescheid weiß“ (Maide 5:116). Trozdem kann diese Antwort auch als eine Art Selbstrechtfertigung verstanden werden: „Ich habe ihnen nur gesagt, was du mir befohlen hast (nämlich): „Dienet Allah, meinem und eurem Herrn!“ Und ich war Zeuge über sie, solange ich unter ihnen weilte. Nachdem du mich abberufen hattest, warst du es, der auf sie aufpaßte. Du bist über alles Zeuge“ (Maide 5:117).

Der Wechsel im Ton gegenüber den vorhergehenden Versen ist unübersehbar. Unweigerlich fragt man sich, weshalb Allah Jesus eben noch so gerühmt und über alle Maßen erhöht hat, ihn nun aber beinahe feindselig des Hochverrats verdächtigt. Wie konnte Allah eben noch von den Menschen fordern, sich Jesus gegenüber in ehrerbietigem Gehorsam in Taufe und Abendmahl zu verschreiben, und nun diese öffentliche Hinterfragung von Jesu Lehrtätigkeit? Weshalb sollte Allah den Jüngern den Glauben an Seinen Gesandten Jesus eingeben, wenn dieser sich mit der Behauptung, er und seine Mutter seien Götter neben Gott, gegen Allah aufgelehnt haben soll? Wie ist das scheinbar Widersprüchliche zu verstehen? Wie passen die beiden gegensätzlichen Verhaltensweisen Allahs gegenüber Jesus zusammen? Was denkt Allah wirklich über Jesus?


Muslimische Auslegung: Allahs Kritische Frage (Maide 5:116-117)

Nicht nur einfache Leser, sondern auch bekannte Ausleger tun sich schwer mit diesem scheinbar unmotivierten Wechsel in Allahs Tonfall gegenüber Jesus. Jedenfalls wird Allahs Frage – „Hast du (etwa) zu den Leuten gesagt: „Nehmt euch außer Allah mich und meine Mutter zu Göttern“?“ –, und Jesu Antwort darauf, – „Heilig bist Du. Nie konnte ich das sagen, wozu ich kein Recht hatte“ von muslimischen Auslegern für gewöhnlich negativ interpretiert. Natürlich weiß Allah die Antwort auf seine Frage bereits, bevor er sie stellt. Ausleger gehen deshalb davon aus, dass es sich bei Allahs Frage eher um eine Aussage mit dem Inhalt „Jesus und Maria sind keine Götter neben Allah” handelt.2 Diese Ansicht scheint durch Jesu Antwort noch unterstrichen zu werden: „Selbstverständlich habe ich nie etwas behauptet, „wozu ich kein Recht hatte““3. Man versteht also: Weil Jesus und Maria keine Götter sind, hatte Jesus kein Recht, eine solche Aussage zu machen.4 Folglich stehen die trinitarischen Ausformulierungen der Christen und der sich entwickelnde Marienkult in den Jahrhunderten nach der Himmelfahrt Jesu im Gegensatz zur von Allah postulierten Wirklichkeit.5 Offenbar fallen sie in die Kategorie „falsche Götter neben Allah stellen” (Schirk). Hierbei handelt es sich um eine der schlimmsten Verfehlungen, für die es keine Möglichkeit des göttlichen Erbarmens gibt: „Allah vergibt nicht, daß man ihm (andere Götter) beigesellt. Was darunter liegt, vergibt er, wem er (es vergeben) will. Wenn einer (dem einen) Allah (andere Götter) beigesellt, hat er (damit) eine gewaltige Sünde ausgeheckt” (Nisa 4:48).


Da es angesichts des vorhergehenden Kontexts und der Tatsache, dass Jesus ein Prophet war, unglaublich erscheint, dass Allah Jesus tatsächlich selbst tadeln will, nehmen Ausleger in der Regel an, dass Allah „ihm eine solche Frage stellen [wird], um diejenigen zu tadeln, die ihn [und seine Mutter] als Gott verehren”6. Jesus wird hier sozusagen nur über die späteren Entwicklungen seiner Anhänger informiert, aber nicht wirklich selbst dafür verantwortlich gemacht. Jesus erfährt hier, dass, obwohl er korrekt über seine Stellung zu Gott informiert habe, die nach ihm lebenden Christen später zu ganz falschen Schlüssen bezüglich seiner Identität gekommen seien. Trotzdem kommt gemäß muslimischer Tradition Jesus angesichts Allahs Frage ins Schwitzen. Es heißt, dass Jesus, als er diese Worte hörte, so sehr zitterte, „dass er sogar das Knacken seiner Knochen hörte”7. Auslegern zufolge ist es natürlich auch für Jesus eine unerhörte Blamage, mit dieser Anschuldigung konfrontiert zu werden. Deshalb, so glauben sie, antwortet Jesus mit totaler Demut und Unterwerfung unter Allah: „Wenn ich es (tatsächlich doch) gesagt hätte, wüßtest du es (ohnehin und brauchtest mich nicht zu fragen). Du weißt Bescheid über das, was ich (an Gedanken) in mir hege. Aber ich weiß über das, was du in dir hegst, nicht Bescheid. Du (allein) bist es, der über die verborgenen Dinge Bescheid weiß” (Maide 5:116).

Diese Ausleger sind der Meinung, dass Jesu Antwort letztlich dazu dient, die falschgeleiteten Nachfolger Jesu in späteren Jahrhunderten beim letzten Gericht ihrer schrecklichen Übertretung zu überführen.8 „Ich habe ihnen nur gesagt, was du mir befohlen hast (nämlich): "Dienet Allah, meinem und eurem Herrn!" ...” (Maide 5:116-117). Durch Jesu klare Ablehnung, sich der Anschuldigung, Göttlichkeit zu beanspruchen, schuldig zu sein, wird die trinitarische Lehre seiner Nachfolger als arogante Missdeutung seiner Person entlarvt. Es wird daher angenommen, dass den Christen durch diese Episode beim Jüngsten Gericht unbarmherzig die Augen geöffnet werden, wie weit sie sich von Jesu Lehre und Gehorsam gegenüber Gott entfernt haben.9

Menschenmasse blickt zu einer Waage vor einem leuchtenden Sonnenuntergang. Moschee-Kuppeln im Hintergrund, Himmel voller Wolken. Majestätisch.
Christen beim Jüngstes Gericht

Unter diesen unerfreulichen Umständen überlässt Jesus das letztendliche Urteil über seine Nachfolger ganz Allah. Allah kann beim Jüngsten Gericht ganz nach seinem Gutdünken den Nachfolgern Jesu trotz begangener Schuld doch noch Erbarmen zeigen oder aber ebenso gut gerechte Strafe verhängen: „Wenn du sie bestrafst, so sind sie deine Diener (mit denen du tun kannst, was du willst). Und wenn du ihnen vergibst (steht das ebenfalls in deinem Belieben). Du bist der Mächtige und Weise” (Maide 5:118).10 Gottes Antwort „Dies ist (jetzt) der Tag, an dem den Wahrhaftigen ihre Wahrhaftigkeit nützt ...” (Maide 5:119) wird so verstanden, dass Allah diejenigen, die während ihrer irdischen Existenz falsche Aussagen über Jesus gemacht haben, also die Unwahrheit über Jesu Verhältnis zu Allah gesprochen haben, beim letzten Gericht benachteiligt, wenn nicht gar verurteilt.11 Vertreter der Trinitätslehre und Marienverehrer gehören nicht zu der Gruppe der „Wahrhaftigen”, denen „ihre Wahrhaftigkeit nützt”.


Muslimische Ausleger gehen demnach davon aus, dass Allahs kritische Frage sich nicht gegen die Person Jesu und vor allem nicht gegen seine Lehre richtet, sondern der Verurteilung der Christen in späteren Jahrhunderten dient. Ihre trinitarischen Ansichten und der Marienkult werden kritisiert und als falsch verurteilt. Allah stellt sich damit unzweifelhaft auf die Seite der Muslime, die in Jesus nur einen Propheten erkennen, und eindeutig gegen die Christen, die aus Jesus und Maria je einen Gott gemacht haben. Diese Szene macht deutlich, wie verwerflich die christliche Trinitätsanschauung ist und wie brutal deren Vertreter „vor Gott in die Verantwortung gezogen, getadelt und bestraft werden”12.


Probleme dieser Auslegung

Diese allgemein akzeptierte Interpretation weist allerdings einige Schwierigkeiten auf, die sich nur schwer mit dem vorliegenden koranischen Text einerseits und den trinitarischen Vorstellungen der Christen andererseits in Einklang bringen lassen. Im Foglenden greifen wir einige dieser Probleme auf:

a) Kontext Ein entscheidender Schwachpunkt dieser Auslegung ist die unzureichende Einbettung der Verse 116f. in den weiteren Kontext der Maide-Sure (Vers 109–115 und 118–120).

Wie in früheren Blogs aufgezeigt, verwendet der Koran die in der christlichen Theologie als Adam-Christologie bekannte Kategorisierung, um Jesus beim letzten Gericht zu beschreiben. Jesu Aufgabe und Stellung werden mit derjenigen von Adam vor seinem Abstieg auf die Erde verglichen (siehe Al-i Imran 3:59). Adams damals erhöhte Position als Allahs Kalif führte am Anfang der ersten Schöpfung zur von Gott vorgeschriebenen Anbetung Adams durch die Engel und Satan. Dank des Vergleichs mit Adam erwartet man nun am Anfang der zweiten Schöpfung eine ähnliche Verordnung Allahs bezüglich Jesus. Anstelle der Erteilung des Befehls zur anbetenden Niederwerfung vor Jesus würde nach dieser Auslegung genau das Gegenteil geschehen, nämlich eine Kritik Allahs an der zu hohen Einstufung Jesu durch die Christen. Sowohl eine Forderung nach anbetender Niederwerfung vor Jesus als auch die Kritik, Jesus fälschlicherweise zu einem Gott neben Allah hochzustilisiert zu haben, wäre theoretisch möglich im Sinne von: „Jesus gebührt zwar anbetende, gehorsame Niederwerfung als Stellvertreter Allahs, nicht aber als Gott neben Allah”. Allerdings kenne ich keine muslimische Auslegung, die auf diese Nuance hinweisen würde. Vielmehr resultiert die gängige muslimische Auslegung in einer generellen Ablehnung der offensichtlichen Bezugnahme auf die Adam-Christologie in den Versen 109–115. Die Ablehnung, Jesus in der beschriebenen Situation im Vergleich mit Adam zu verstehen, steht jedoch im klaren Widerspruch zu der Aussage in Al-i Imran 3:59: „Wahrlich, Jesus ist vor Gott [gerade dort spielt ja die ganze Szene in Maide 5:109-120] wie Adam, den Gott aus Staub erschuf, als er sprach: "Er sei!" und er war”. Die Szene der Ehrung Allahs von seinem Stellvertreter Jesu wird damit zum Gegenteil verkehrt, einer scharfen Warnung davor Jesus zuviel Ehre zu erweisen: er ist nur ein Prophet wie jeder andere.13 Die allgemein akzeptierte muslimische Auslegung steht damit im Widerspruch zu den vorhergehenden Versen. Die Szene, die ausdrückliche die Ehrerbietung Allahs gegenüber seinem Stellvertreter Jesus hervorhebt (siehe Maide 5:109f.), wird zum Gegenstück transformiert – sie fungiert als Mahnmal, das vor der Überbewertung von Jesus warnt.Weil die Christen gemäß dieser Auslegung der gewaltigen Sünde des „Schirk” schuldig geworden sind und deshalb praktisch keine Chance haben, dem ewigen Gericht Allahs zu entkommen, wird Jesu Bitte in Maide 5:118 nicht so sehr als Fürsprache, sondern eher als enttäuschte Akzeptanz der tragischen Entwicklung verstanden, die sich nach seiner Abberufung von der Erde unter seinen Nachfolgern ereignet hat. Unter diesen Umständen hilft keine Fürsprache mehr, soll also Allah selbst entscheiden, wie er mit den Christen umgehen will, die die Sünde des Schirk begangen haben. Jesus äußert keine Präferenz, sondern überlässt die Entscheidung ganz Allah, damit dieser mit den Christen verfahren kann, wie es ihm beliebt. Gemäß dieser Auslegung werden nur noch wahrhaftige Menschen, denen ihre Wahrhaftigkeit beim Jüngsten Gericht nützt, ins Paradies aufgenommen (Maide 5:119). Damit wird Allahs begeisterter Ausruf „Das ist das große Glück (al-fauz al-`aziem)” jedoch seines Inhalts beraubt. Wenn ohnehin nur diejenigen Menschen zu Gott zurückkehren dürfen, die sich durch ein Gott wohlgefälliges Leben hervorgetan haben, worin besteht dann „die allergrößte Errettung”? An anderen Stellen im Koran wird „dieses Glück” nicht als menschlicher Eigenverdienst, sondern als göttliche Errettung von der Hölle beschrieben: „Wer dann vom Höllenfeuer ferngehalten wird und ins Paradies eingehen darf, hat (das große Glück [fâz(e)]) gewonnen” (Al-i Imran 3:185). Der absolute Höhepunkt der Menschheitsgeschichte, die Rückkehr der Menschheit zu Gott (Maide 5:119-120), auf den Maide 5:109-120 sorgfältig hinarbeitet, wird mit der heute unter muslimischen Exegeten gängigen Auslegung völlig verkannt. Falls überhaupt auf die Bedeutung der Worte „größte Errettung” eingegangen wird14, geschieht dies meist nur mit einer schwammigen, blassen Erklärung, die kaum der Größe, Bedeutung, und Begeisterung dieser „größten aller Erlösungen” gerecht wird. Qurtubi schreibt beispielsweise: „Dies ist die größte Erlösung.“ Das heißt: „Dies ist der Sieg, der von großem Nutzen und vielfachem Guten ist, der demjenigen, der erlangt, was er erhofft hat, Rang und Ehre erhöht.“15 Jegliches Staunen und Feiern über Allahs wunderbare, in der Menschheitsgeschichte größte Erlösung ist völlig abhandengekommen. Anstelle von Errettung formuliert Allah bei dieser Auslegungsweise Verdammung: Die Christen gehören nicht zu den Erlösten.


Es ist auch verwirrend, dass Allah einerseits die Teilnahme an den beiden Hauptliturgischen Feiern, Taufe und Abendmahl als richtige Reaktion auf seinen Kalifen Jesus fordert (Maide 5:111-115), dann aber trotzdem gerade die Christen der schlimmstmöglichen Sünde bezichtigen sollte. Dieses Argument gewinnt an Relevanz, wenn man die historische Entwicklung des Islams berücksichtigt. Soweit mir bekannt ist, bietet keine muslimische Gruppe diese für Allah entscheidenden, zeichenhaften religiösen Feiern an. Selbst wenn ein Muslim die christliche Lehre der Trinität ablehnt, um Allahs Forderungen gerecht zu werden, müsste er dennoch die Taufe und die Teilnahme am Abendmahl in christlichen Gemeinschaften erleben. Denn diese Feiern werden neben der Kirche von niemandem angeboten. Es ergibt wenig Sinn, anzunehmen, dass Allah die Hingabe an Jesus durch Taufe und Abendmahl fordert, nur um dann diejenigen, die dieser Forderung gerecht werden, zu verurteilen. Würde das nicht bedeuten, dass kein einziger Mensch ins Paradies aufgenommen werden könnte?

Es ist offensichtlich, dass die gängige muslimische Auslegung von Maide 5:116–117 weder dem unmittelbar vorangehenden Kontext (Maide 5:109–115) noch dem direkt nachfolgenden Kontext (Maide 5:118–120) wirklich gerecht wird. Um diese Interpretation von Maide 5:116-117 aufrechtzuerhalten, muss der Kontext negiert werden.

b) Welche Christen sind gemeint? Die oben skizzierte muslimische Interpretation geht davon aus, dass sich der Koran in diesen Versen direkt auf die trinitarische Diskussion innerhalb der christlichen Kirche mit ihrem

Drei Personen stehen an Pulten und debattieren.
Welche Christen sind gemeint?

Höhepunkt im 4. und 5. Jahrhundert bezieht und deren Ausgang verurteilt.16 Weniger klar ist, welche christlichen Positionen dabei infrage gestellt werden und welche Einordnung von Jesus der Koran im Gegenzug genau verteidigt. Die kritisierte Version, Jesus und Maria als „zwei Götter neben Allah” einzustufen, wird von keiner christlichen Kirche vertreten. Die christologischen Debatten im 4. und 5. Jahrhundert zielten schließlich darauf ab, den Monotheismus zu verteidigen und die Ansicht, Jesus sei ein separater Gott neben Allah, klar und deutlich abzulehnen. Allenfalls könnten einem Anschuldigungen des Polytheismus in den Sinn kommen, die von Vertretern verschiedener christologischer Ansichten gegen ihre christlichen Gegner vorgebracht wurden. Einige Ausleger nehmen deshalb an, die im Koran vertretene Ansicht entspreche am ehesten einer arianisch geprägten Christologie. In dieser wird Jesus als das erste aller Geschöpfe angesehen, das von Gott aus dem Nichts, aber nicht aus göttlicher Substanz geschaffen wurde.17 Nach dieser Ansicht müsste man allerdings eingestehen, dass der Koran die orthodoxe Trinitätslehre falsch verstanden hat, indem er annimmt, dass diese Jesus als Gott neben Gott auffasst. Die im Koran erwähnte Anschuldigung würde allerdings mehr Sinn ergeben, wenn man sie als Kritik orthodoxer Christen an der arianischen Sichtweise verstehen würde, denn selbst die Arianer sahen Jesus als göttlich an, wenn auch nicht auf demselben Niveau wie Gott der Vater. Sie wurden wegen dieser Einstufung Jesu als sogenannter Demi-Gott zurecht des Polytheismus beschuldigt.


In noch größere Erklärungsnot geraten die Ausleger im Zusammenhang mit der Behauptung, Maria sei von Christen als Göttin neben Gott verstanden worden. In der Art, wie dieser Vers oft von muslimischen Exegeten verstanden wird, würde sich der Koran der Kritik schuldig machen, die Zusammensetzung der Trinität falsch verstanden zu haben. Nach christlicher Auffassung gehören neben Gott Vater und Gott Sohn (Jesus) noch Gott der Heilige Geist zur Dreifaltigkeit dazu, aber keinesfalls die Mutter Jesu, Maria. In der gesamten Geschichte gibt es keine größere, uns bekannte christliche Kirche, die je die Ansicht vertreten hätte, Maria müsse in die Trinität eingeschlossen werden. Allenfalls könnte eine kleine, unbedeutende frühchristliche arabische Sekte, die Collyriden, diesem Anspruch genügen. Allerdings bestehen aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von Quellen zu dieser Bewegung berechtigte Zweifel an deren zeitlicher Existenz und Glaubensgrundlagen.18 Es erscheint mir sehr unglaubwürdig, dass Allah beim Jüngsten Gericht einer in der christlichen Geschichte so unbedeutenden Sekte vor den Augen und Ohren von Milliarden Monotheisten aus Tausenden von Sekten so viel Aufmerksamkeit widmen sollte. In diesem Kontext würde ein Zusammenhang mit der nestorianischen Kritik am Titel „Theotokos” (Mutter Gottes) für Maria mehr Sinn ergeben. Dieser Titel hat, wenn auch nicht in der orthodoxen Lehre, doch zumindest in der individuellen Praxis von Gläubigen immer wieder die Tür zu übertriebener Verehrung der Mutter Jesu geöffnet.Trotzdem entspricht der Vorwurf des Polytheismus (zwei Götter neben Allah) einer grotesken Verfälschung des trinitarischen Glaubens der Christen.19 Es wäre sehr unvorteilhaft, wenn man den Koran als Ursache dieser von Muslimen oft vertretenen Fehlpräsentation der Dreieinigkeitslehre identifizieren müsste.


Selbst die Ansicht, Maide 5:116 müsse man weniger wortwörtlich nehmen und eher als generelle „Warnung vor übermäßiger Verehrung Jesu und übertriebener Verehrung Marias”20 verstehen, ist nicht unproblematisch. Angesichts der grundlegenden Bedeutung von Jesus als Gottes Stellvertreter in der zweiten Schöpfung wäre eine klarere Anleitung zur christologischen Einordnung Jesu wünschenswert. Wie genau soll man Jesus nicht übermäßig verehren, wenn er doch der Stellvertreter Allahs in der zweiten Schöpfung ist und ihm deshalb ehrerbietige Unterwerfung gebührt? Wann genau wird die Grenze von gebührender Unterwerfung überschritten und dem Kalifen Jesus übermäßige Verehrung zugemessen? Man sollte ja weder auf die eine noch auf die andere Seite vom Pferd fallen. Die Bestrafung Satans wegen mangelnder Verehrung des Kalifen Adams steht als warnendes Beispiel im Raum. Dieser Fehler soll gegenüber dem letzten Kalifen, Jesus, nicht erneut begangen werden.

Der Kontext macht deutlich, wie notwendig eine klare Sprache über Jesu Stellung im Verhältnis zu Allah wäre und dass es daher gerade im vorliegenden Umfeld nicht ausreicht, vage und ungenaue Andeutungen zu machen.


Mit diesen Überlegungen wird deutlich, dass die gängige muslimische Interpretation auf einem Missverständnis der christlichen Trinitätslehre basiert und der korrekten Einordnung von Jesu Verhältnis zu Allah, wie sie vom Kontext gefordert wird, nicht genügend Rechnung trägt. Gerade in dieser Situation der Bekanntgabe Jesu als Stellvertreter Gottes in der zweiten Schöpfung ist die Klärung der Frage der korrekten Verehrung Jesu von zentraler Bedeutung.


c) Wer steht auf der Anklagebank? Jesus oder die Christen?

Muslimische Ausleger gehen davon aus, dass nicht Jesus, sondern die Christen späterer Generationen auf der Anklagebank sitzen. Bei Allahs kritischer Frage geht es mehr um sie als um Jesus. Komischerweise spricht im Text selbst nichts für diese Ansicht. Die fehlgeleiteten Christen werden im Text mit keinem Wort erwähnt. Ihre Gegenwart wird nur aufgrund der Szenerie angenommen, in der alle Gesandten zusammen mit all ihren Nachfolgern beim Letzten Gericht versammelt sind. Falls die Christen mit der Entwicklung der Trinitätslehre wirklich Schirk begonnen hätten, wären sie vermutlich bereits zusammen mit den Polytheisten wie in Yunus 10:28 ff. beschrieben verurteilt worden. Warum sollten sie dieses Gericht, das vermutlich früher stattfand, als einzige unter den Polytheisten überlebt haben, um nun zu einem späteren Zeitpunkt für dasselbe Vergehen zur Rechenschaft gezogen zu werden? Liegt es womöglich daran, dass Allah bestimmte, dass Jesus an jeder ausschließlich für Gott vorbehaltenen Aktivität beteiligt sein soll (siehe Yunus 10:31 im Vergleich mit Al-i Imran 3:49 und Maide 5:110)? Sayyid Qutb beschreibt die Situation wie folgt: „Aber wo sind diejenigen, die diese schwerwiegende Lüge über Jesus in dieser ganzen Szene erfunden haben? Die Sure erwähnt sie kein einziges Mal. Vielleicht empfinden sie Scham und möchten sich nicht zeigen. Wir lassen sie daher dort, wo die Sure sie gelassen hat.“21


Meiner Ansicht nach deutet die Abwesenheit der fehlgeleiteten Nachfolger Jesu nicht so sehr auf deren Schamgefühl hin, sondern zeigt, dass es bei Allahs Frage wirklich um Jesus selbst geht und nicht um sie.

Allah selbst gibt keinen Hinweis darauf, dass sich seine Anklage gegen die Nachfolger Jesu richtet. Die Frage Gottes ist nicht, ob Jesus seine Nachfolger fehlgeleitet hat, sondern allgemeiner, ob er die Menschen insgesamt (Maide 5:116 li-nnâsi, nicht havâriyyûne, Maide 5:112) angelehrt hat, ihn und seine Mutter als „zwei Götter neben Allah“ anzuerkennen (Maide 5:116, Ahmediyya). Es geht also wirklich darum, was Jesus gelehrt hat, nicht was seine späteren Nachfolger daraus gemacht haben.

Erst Jesus bezieht sich in seiner Antwort nur noch auf seine Anweisungen an seine Nachfolger und nicht mehr auf die Menschheit im Allgemeinen: „... Ich habe ihnen nur gesagt, was du mir befohlen hast, nämlich: ‚Dienet Allah, meinem und eurem Herrn!‘“ Und ich war Zeuge über sie, solange ich unter ihnen weilte ...” (Maide 5:116f.). Auch Jesu Reaktion deutet in keiner Weise darauf hin, dass Allah nicht ihn, sondern seine christologisch fehlgeleiteten Nachfolger gemeint haben könnte. Jesus bezieht die Frage sehr persönlich auf sich selbst (Ich habe ihnen nur gesagt, was du mir befohlen hast). Jesus nimmt Allahs Vorwurf, er könnte sich über Gott erhoben haben, zu ernst (... Es ziemt sich nicht, daß ich etwas sage, was ich nicht sagen darf; ... Du weißt, was in mir ist, aber ich weiß nicht, was in Dir ist ...), als dass es sich dabei nur um eine Anspielung auf spätere Entwicklungen unter seinen Anhängern handeln könnte.Als Resultat betont er vor allem seine Unterordnung unter Allah und skizziert kurz den Inhalt seiner Botschaft. Meiner Ansicht nach verfolgt Jesu mit solcher Unterordnung nicht die Absicht, seine trinitarischen Anhänger als schuldig zu entlarven, sondern zielt vielmehr darauf ab, Allah wieder als alleinigen, unangefochtenen Herrscher über die ganze Schöpfung kundzutun. Dieses Ziel ist in Maide 5:120 erreicht. Jesus deutet in keiner Weise an, dass seine Nachfolger die Theorie entwickelt hätten, Jesus und Maria seien zwei Götter neben Allah.


Wären bei Allahs kritischer Frage Fehlentwicklungen von späteren Nachfolgern Jesu im Fokus, müsste Jesu Hinweis auf Gottes Verantwortung ihnen gegenüber nach Jesu Abberufung von dieser Welt geradezu als Anklage an Allah verstanden werden: „... Nachdem du mich abberufen hattest, warst du es, der auf sie aufpasste. Du bist über alles Zeuge“ (Maide 5:117). Der kritische Dialog zwischen Allah und Jesus würde dann zur Farce einer gegenseitigen Anschuldigung entgleisen. Allah würde mit der Absicht, spätere

Zwei Männchen zeigen aufeinander. Beide wirken verärgert. Weißer Hintergrund.
Gegenseitige Beschuldigung

trinitarische Entwicklungen zu kritisieren, so tun, als ob er Jesus als Anlassgeber dieser Entwicklungen verdächtigte. Und Jesus würde entgegnen, dass er alles richtig gemacht habe, der angeprangerte Fehler aber passierte, als Gott selbst die Verantwortung über Jesu Nachfolger trug. Mit anderen Worten würde Jesus Allah hier beschuldigen: „Falls etwas schiefgelaufen ist mit meinen Nachfolgern, dann ist es ganz und gar deine Schuld, ich bin vollkommen schuldlos.“ Ein solches Theater, eine solche gegenseitige Schuldzuschiebung wäre beim Jüngsten Gericht völlig fehl am Platz und entspräche weder Allahs noch Jesu Charakter und schon gar nicht der unterwürfigen Haltung, die Jesus in Vers 116 einnimmt. Wie Yunus 10:28–32 beweist, hat Allah keine Probleme, die Überläter direkt zu konfrontieren, ohne sich hinter irgendwelchen indirekten Andeutungen zu verstecken. Falls die Frage aber tatsächlich Jesus galt, könnte er sich nicht mit der Ausrede herausreden, der Fehler sei erst zur Zeit geschehen, als Allah die Verantwortung trug. Es würde also nicht zu einem solch unpassenden Schlagabtausch kommen.

Es scheint daher sinnvoll, Allahs kritische Frage wirklich als an Jesus selbst und nicht an spätere Generationen von Christen gerichtet zu verstehen.


d) Verteidigt Jesus fehlgeleitete Christen?

Auch der von Jesus vorgetragene Vorschlag, wie Allah mit seinen (fehlgeleiteten?) Nachfolgern umgehen sollte (Maide 5:118), passt so gar nicht in dieses Interpretationsschema hinein. Jesus erfährt gerade, dass seine späteren Nachfolger ihn und Maria offenbar als Götter neben Allah gestellt haben, so die Ansicht der Ausleger. Damit haben sich diese Nachfolger einer der schwersten Sünden überhaupt schuldig gemacht, die keinerlei Aussicht auf Allahs Vergebung hat (siehe Nisa 4:48). Trotzdem äußert Jesus in Vers 118 die Hoffnung, Allah könne ausgerechnet diesen Menschen Vergebung zuteil werden lassen: „Solltest DU sie peinigen, so sind sie doch Deine Diener. Doch solltest DU ihnen vergeben, so bist DU gewiß Der Allwürdige, Der Allweise“ (Maide 5:118; Zaidan). Wäre Allahs Kritik wirklich gegen Jesu späteren Nachfolger gerichtet gewesen und stünden deren polytheistischen Tendenzen im Zentrum des Gesprächs, könnte Jesus im Lichte von Nisa 4:48 der Wahrheit und Gerechtigkeit zuliebe nur ihre härteste Bestrafung beantragen. Jesu Bezeichnung solcher Polytheisten als „Allah ergebene Diener” und seine Fürsprache, „Allah möge ihnen vergeben”, wären dann äußerst unangebracht und grenzten an Vermessenheit. Diese Diskrepanz fiel auch früheren islamischen Gelehrten auf. Fahruddin Er Razi fasst die vorgeschlagenen Erklärungsversuche als Antwort auf folgende Frage zusammen: „Wie kann es sein, dass Jesus sagt: ‚Wenn du ihnen vergibst‘, obwohl Allah Teâlâ den Schirk nicht vergibt?“22

Ein besserer Weg, als Lösungsvorschläge aus der Sackgasse zu finden, in die man sich mit der allgemein akzeptierten Interpretation hineinmanövriert hat, wäre es meiner Ansicht nach, diese Auslegung zu hinterfragen, um eine mit den Daten besser verträgliche Lösung zu finden.


Schluss

Aufgrund der oben erwähnten textinternen und allgemein-theologischen Schwierigkeiten scheint mir eine Auslegung dieser Passage, die den Fokus auf die christologischen Debatten im 4. und 5. Jahrhundert legt, fehlgeleitet zu sein und der Absicht des Textes nicht gerecht zu werden. Ein alternatives Verständnis zur gängigen Muslimischen Auslegung ist dringen nötig. Was beabsichtigt Allah wirklich, wenn er beim Letzten Gericht Jesus diese kritische Frage stellt?


Dank der unverkennbaren Parallelen von Maide 5:116–120 mit biblischen Texten wie Johannes 17, 1. Korinther 15:20–28, Philipper 2:5–11 u. a. bin ich der Ansicht, dass eine dem Text gerechter werdende alternative Auslegung möglich ist zum Thema 'Allahs kritische Frage (Maide 5:116-117). Wie diese aussehen könnte, wollen wir in den nächsten Blogs herausarbeiten.



1 Muslimische Theologen diskutierten den Zeitpunkt der in Maide 5:116ff. beschriebenen Szene: „Katade, Ibn Jurayj und die meisten Exegeten sagen, dass Allah diese Worte am Tag des Jüngsten Gerichts sprechen wird, während es-Suddi und Kutrub sagen, dass Allah diese Worte sprach, als er ihn in den Himmel erhob …“. Qurtubi schliesst allerdings auf Grund von v. 109 („Am Tag (des Gerichts), da Allah die Gesandten (die er zu den einzelnen Völkern und Gemeinschaften geschickt hat, bei sich) versammelt ...“) und v. 119 ("Dies ist (jetzt) der Tag, an dem den Wahrhaftigen ihre Wahrhaftigkeit nützt ...",) dass „die erste Ansicht ist jedoch zutreffender“ (Qurtubi, EL CAMU L I AHKAMI' L-KUR' AN, Vol.6, s. 513, in https://archive.org/details/elmalili-muhammed-hamdi-yazir-original-hak-dini-kuran-dili/Imam%20Kurtubi%20-%20El-Camiu%20Li-Ahkamil-Kuran%20-%206.pdf (besucht, 13/02/2026)).


2 „Auch wenn es sich um eine Frage handelt, haben die Gelehrten der Auslegung zwei unterschiedliche Ansichten über die Bedeutung dieses Befehls geäußert, der in Wirklichkeit keine Frage ist“ (Qurtubi, EL CAMU L I AHKAMI' L-KUR' AN, Vol.6, s. 513, in https://archive.org/details/elmalili-muhammed-hamdi-yazir-original-hak-dini-kuran-dili/Imam%20Kurtubi%20-%20El-Camiu%20Li-Ahkamil-Kuran%20-%206.pdf (besucht, 13/02/2026)).


3 „Bunun da anlam şudur: Ben, Rabbi olan bir kimseyim. Rabb değilim. Ben, kulum. Kendisine ibadet olunan Mabud değilim“ (Qurtubi, EL CAMU L I AHKAMI' L-KUR' AN, Vol.6, s. 514, in https://archive.org/details/elmalili-muhammed-hamdi-yazir-original-hak-dini-kuran-dili/Imam%20Kurtubi%20-%20El-Camiu%20Li-Ahkamil-Kuran%20-%206.pdf (besucht, 13/02/2026)).


4 „Man muss bedenken, wie schrecklich diese Zurechtweisung ist, und verstehen, in welcher Position der Ohnmacht und Knechtschaft sich Jesus gegenüber der Gottheit befindet“ (Elmalılı Hamdi Yazır, Hak Dini Kuran Dili, Cilt 3 s. 369 in https://archive.org/details/elmalili-muhammed-hamdi-yazir-original-hak-dini-kuran-dili/Hak%20Dini%20Kur%27an%20Dili%20-%20Cilt%203%20-%20Elmalili%20Hamdi%20Yazir.pdf (besucht, 23/02/2026)).


5 „Es besteht kein Zweifel, dass das eigentliche Ziel dieser Zurechtweisung, wie sich nun herausstellen wird, nicht Jesus selbst ist, sondern diejenigen, die an die Dreifaltigkeit glauben“ (Elmalılı Hamdi Yazır, Hak Dini Kuran Dili, Cilt 3 s. 369 in https://archive.org/details/elmalili-muhammed-hamdi-yazir-original-hak-dini-kuran-dili/Hak%20Dini%20Kur%27an%20Dili%20-%20Cilt%203%20-%20Elmalili%20Hamdi%20Yazir.pdf (besucht, 23/02/2026)). Für eine vorsichtigere Formulierung, siehe Fahruddin Er Razi, Tefsir-I Kebir Vol. 9, ss. 293f., in https://archive.org/details/elmalili-muhammed-hamdi-yazir-original-hak-dini-kuran-dili/Fahruddin%20Er-Razi%20-%20Tefsir-I%20Kebir-09.pdf (besucht, 02/03/2026).




8 „Man muss jedoch bedenken, welche Verantwortung ihnen vor Allah aufgrund ihres Unglaubens, mit dem sie Jesus im Namen der Verehrung übertrieben haben, auferlegt wurde und welche Zurechtweisung und Strafe diese Ungläubigen deshalb vor Allah erwartet“ (Elmalılı Hamdi Yazır, Hak Dini Kuran Dili, Cilt 3 s. 369 in https://archive.org/details/elmalili-muhammed-hamdi-yazir-original-hak-dini-kuran-dili/Hak%20Dini%20Kur%27an%20Dili%20-%20Cilt%203%20-%20Elmalili%20Hamdi%20Yazir.pdf (besucht, 23/02/2026)).


9 “We go back now to that great scene which continues to be held up for all onlookers. We listen now to a straightforward questioning about the Divinity claimed for Jesus and his mother. The person now interrogated is none other than Jesus, facing those who worshipped him. They listen to him as he, surprised and amazed, disclaims before his Lord all knowledge of such a grievous sin they attach to him. He is, indeed, innocent and it is all fabrication“ (Sayyid Kutb, Maide 5:116ff., Under dem Schatten, p.247).


10 „He concludes with leaving the fate of his people absolutely to God, stating at the same time that they are His servants and at His disposal. God is able to forgive them or to punish them. Whether He decides on one course or the other, that decision is based on His wisdom, which operates in the same measure whichever fate He determines for them. “If You punish them, they are Your servants; and if You forgive them, You are indeed Almighty, Wise.” (Verse 118) This is all that Jesus, a model servant of God, says in this awesome position“ (Sayyid Kutb, Maide 5:116ff., Under dem Schatten, p.249).


11 Siehe Sayyid Kutb, Maide 5:116ff., Under dem Schatten, p.249.



13 „All these were favours God, out of His grace, gave to Jesus to serve as clear proof of his status and message. Many of his followers, however, used them erroneously, deviating from the truth and fabricating falsehood. Here Jesus is reminded of all these in the presence of the Supreme Company and in front of all mankind, including those people who exaggerated his status and attributed to him what was not his. When these favours are held in front of him, those who gave him a status far beyond his own humanity will see and hear, and, in consequence, they will be humiliated in the full sight of all humanity“ (Sayyid Kutb, Maide 5:110, Under dem Schatten, p.244). Mawdudi fasst den Inhalt von Maide 5:109-114 wie folgt zusammen: „... This incident has been inserted here as a parenthesis to show that even his Disciples, who had received his teachings from him directly, considered Jesus a man and servant of God. Therefore, they could never conceive to make their master a god or a partner of God or son of God. This also shows that Jesus also presented himself as a servant without having any authority of his own. It may be asked, "What was the occasion of inserting this parenthesis here to interrupt the conversation that was being cited?" The answer is that the conversation that would take place on the Day of Resurrection has been quoted here for the benefit of the Christians so that they may learn the lesson and adopt the right way. It is, therefore, quite pertinent to insert the incident mentioned in the parenthesis to impress the same lesson. " (Sayyid Abul Ala Maududi, Tafhim al-Qur'an, in https://quranx.com/Tafsirs/5.110 (besucht, 04/03/2026)).


14 Als Beispiel: der offizielle Korankommentar der Türkischen Religionsbehörden erwähnt diese Errettung mit keinem Wort (siehe Kur'an Yolu Tefsiri Cilt: 2 Sayfa: 366-367, in https://kuran.diyanet.gov.tr/tefsir/M%C3%A2ide-suresi/785/116-120-ayet-tefsiri (besucht, 04/03/2026).



16 The concept of Trinity in which the Christians believe, regardless of their various interpretations thereof, in reality boils down to exaggeration about „Eesa (peace be upon him) and his mother. Therefore the Quran dealt with and refuted this basic concept, and struck at the roots of the idea of Trinity, refuting the blasphemous idea that is common to all of their groups. Therefore we may say that the view that this verse was revealed to criticise their taking the Messiah and his mother as two gods besides Allah, may He be exalted, is not contrary to the reality of the Christians; rather it is highlighting the true essence of their blasphemy, that is common to all of their groups. (Islam Question & Answers, „What is the concept of the Christian Trinity that the Quran declares to be false?“, in https://islamqa.info/en/answers/243142/what-is-the-concept-of-the-christian-trinity-that-the-quran-declares-to-be-false (besucht, 04/03/2026). „Dies ist ein Hinweis auf eine weitere Überzeugung der Christen. Sie haben neben Jesus (a.s.) und dem Heiligen Geist auch Maria zu einem Gegenstand der Verehrung gemacht. Obwohl diese Lehre in der Heiligen Schrift nicht erwähnt wird, war die christliche Welt in den ersten dreihundert Jahren nach Jesus (a.s.) vollständig von diesem Glauben durchdrungen.“ (Sayyid Abul Ala Maududi, Tafhim al-Qur'an, in https://quranx.com/Tafsirs/5.118 (besucht, 04/03/2026)).


17 „When we hear the word 'subjection' (hupotage) in the early development of the Church's dogma, the Arian heresy usually comes to our minds. Arios (256-336) and his later followers held a kind of theological rationalism where the Godhead is not only uncreated, but unbegotten (agennetos). A logical sequence of such a doctrine is that the Son of God, the Logos, cannot truly be God. He is the first of all creatures and, like them, was brought out of nothing, not from the divine substance. Hence, He is essentially different from the Father. He is the Son of God not metaphysically, but in the moral sense of the word. The Logos, whose sonship is by adoption, lacks real participation in the divinity and has a kind of middle position between God and the world (Casimir McCambley and published under the title “When (the Father) Will Subject All Things to (the Son), Then (the Son) Himself Will Be Subjected to Him (the Father) Who Subjects All Things to Him (the Son). A treatise on First Corinthians 15.28.” in Greek Orthodox Theological Review 28 (1983), p. 1-25; p. 1).


18 The Collyridians have become of interest in Christian–Muslim religious discussions in reference to the Islamic concept of the Christian Trinity. The debate hinges on some verses in the Qur'an, primarily 5:735:75, and 5:116 in the sura Al-Ma'ida, which have been taken to imply that Muhammad believed that Christians considered Mary to be part of the Trinity. That idea has never been part of mainstream Christian doctrine and is not clearly and unambiguously attested among any ancient Christian group, including the Collyridians (Wikipedia contributors. Collyridianism [Internet]. Wikipedia, The Free Encyclopedia; 2024 Nov 28, 04:11 UTC [cited 2024 Nov 29]. Available from: https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Collyridianism&oldid=1259981541).


19 Für eine ausführliche Kritik der Koranischen Trinitätsauffassung siehe Sam Shamoun, Answering Islam, „The Quran and the Holy Trinity - Islam“s Mistaken Views of Basic Christian Doctrines“, in https://answering-islam.org/Shamoun/quran_trinity.htm (besucht, 04/03/2026).


20 David Thomas, „Trinity“, Encyclopedia of the Qur'an zitiert in Wikipedia contributors. Collyridianism [Internet]. Wikipedia, The Free Encyclopedia; 2024 Nov 28, 04:11 UTC [cited 2024 Nov 29]. Available from: https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Collyridianism&oldid=1259981541).


21 „But where are those who invented such grave falsehood about Jesus in this whole scene? The surah does not mention them once. They may be feeling their ignominy and wish not to show themselves. We, therefore, leave them where the surah has left them“ (Sayyid Qutb, In the Shade of the Quran, s. 249).


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